Metronome für Blechbläser im Vergleichstest

Es gehört wohl zu dem wichtigsten Zubehör eine Musikers: das Metronom. Gibt es doch den Takt absolut gleichmäßig wieder und zwingt den Musiker sich daran anzupassen. Das hat beim Üben den Vorteil die Notenwerte einhalten zu können und bei Abweichungen dies akustisch zu erkennen. Bei regelmäßigem Gebrauch hat es noch den Effekt, dass man ohne Metronom rhythmisch sauberer und gleichmäßiger spielt.

Als Blechbläser gehört man mit seinem Instrument sicherlich nicht gerade zu den leisen Musikern. Daher muss das Metronom auch entsprechend laut sein, damit es beim Üben auch noch wahrgenommen wird. Auf dem Markt gibt es eine schier unerschöpfliche Auswahl an verschiedenen Metronomen. Leider sind viele davon zu leise. Insbesondere wenn sie in einem Stimmgerät verbaut sind, geben sie meist nur einen mäßig lauten Piepton ab und kein lautes Klack. Zwar hat jedes elektronische Metronom einen Kopfhörerausgang. Aber mit einem Knopf im Ohr zu spielen ist nicht jedermanns Sache.
Im Folgenden stellen wir Euch eine kleine Auswahl an Metronomen vor, die gerade aufgrund ihrer Lautheit für den Blechbläser geeignet sind.

Unsere Lautstärkereferenz ist das mechanische Pendelmetronom Serie 800 von Wittner. Dieses Metronom gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit auf dem Markt. Jeder Musiker hat dieses sicherlich schon einmal gesehen oder besitzt sogar eins. Für den mobilen Einsatz eignet es sich kaum und besondere Features hat es auch nicht. Allerdings ist der „Klack“ dieses Metronoms mit 67 dB(A) für Blechbläser ausreichend laut und dient uns daher als Referenz.

Getestet haben wir die Metronome Seiko SQ-50V, Aroma AM-703 , Korg KDM-2 und das Tama RW105, die wir uns nachfolgend näher anschauen.

Seiko SQ-50V

Dieses Metronom kommt seinem mechanischen Pendant in Sachen Klang und Lautstärke sehr nahe. Mit 68 dB(A) ist es nur etwas lauter als unsere Referenz. In Sachen Ausstattung ist es das spartanischste in unserem Test. Mit der Drehscheibe, auf der die Tempobereiche angegeben sind, lässt sich die gewünschte Geschwindigkeit von 40-208 Schlägen pro Minute (BPM) schnell einstellen. Die Rastungen sind die typischen Abstände, die auch beim mechanischen Metronom zu finden sind. Der einzige Schalter an dem Gerät hat drei Stellungen: Aus, Ton plus LED oder nur LED ohne Ton. Weiterhin sind ein Lautstärkeregler und ein Kopfhörerausgang in Mono vorhanden.

Das war es schon, was dieses Gerät zu bieten hat. Da können die anderen mehr. Allerding ist dieses robust und sehr kompakt gebaut. So hat es auch noch auf dem Notenständer Platz. Wer ein Metronom ohne viel Schnickschnack sucht, ist hiermit gut bedient.

Aroma AM-703
Aroma AM-703

Preis-Leistungssieger: Aroma AM-703

Gegenüber dem Seiko Metronom hat dieses schon mehr zu bieten. Das Tempo lässt sich mittels der Drehwalze in Einer-Schritten recht zügig zwischen 40 und 208 BPM einstellen. In der Lautstärkemessung kommt es auf 70 dB(A). Das hintergrundbeleuchtete Display informiert über alle Einstellungen. Mit der Beat-Einstellung kann zusätzlich eine Betonung eingestellt werden. Diese lässt sich von 0 (keine Betonung) bis 9 (jeder neunte Taktschlag erhält eine Betonung) einstellen. Weiterhin lassen sich noch 8 Rhythmen wählen. Diese reichen von einfachen Achteln, Sechzehnteln und Triolen bis hin zu diversen Achtel/Sechzehntel Kombinationen. Ein Lautstärkeregler und ein Kopfhörerausgang in Mono sind vorhanden. Weiterhin ist eine Buchse für ein Netzteil eingebaut. Negativ aufgefallen ist, dass sich die 9V-Batterie durch die Hintergrundbeleuchtung recht schnell entlädt. Sollt man vergessen es einmal auszuschalten, ist es mit Sicherheit am anderen Tag leer. Die Hintergrundbeleuchtung lässt sich zwar deaktivieren, jedoch ist das Display dann nicht mehr gut ablesbar. Abgesehen von diesem Manko, ist dieses Gerät aufgrund seiner Vielseitigkeit und des guten Preis-Leistungsverhältnisses zu empfehlen.

Wer ein Gerät sucht, welches mehr bieten soll als das SQ-50V aber dennoch genauso kompakt ist, wird hier fündig.

Korg KDM-2
Korg KDM-2

Testsieger: Korg KDM-2

Das Korg KDM-2 ist vom Gehäusevolumen her größer als die beiden zuvor beschriebenen Metronome. Das rührt von dem von Korg beworbenen kraftvollen Resonanzlautsprecher her, der auf der linken Seite untergebracht ist. Schallöffnungen befinden sich oben und unten am Gehäuse. Die Lautstärke ist tatsächlich recht hoch. Bei dem normalen Metronom-Klang hält sich die Lautstärke mit 72 dB(A) noch in Grenzen. Sie ist zwar hiermit schon ein Stück lauter als unsere Referenz, jedoch nicht so laut wie man aufgrund des Gehäusevolumens erwarten würde. Allerdings lassen sich neben dem reinen Metronom-Klang noch drei weitere PCM-Klänge einstellen. Mit diesen wird es allerdings richtig laut. Je nach Klang maßen wir bis zu 80 dB(A). Das reicht selbst für sehr laute Blechbläser. Das Tempo lässt sich schnell mittels eines Drehrades zwischen 30 – 252 BPM einstellen. Wahlweise in Einer-Schritten oder im Pendelmodus in 39 Schritten. Der Einstellbereich ist somit größer als beim Seiko oder Aroma. Wie das AM-703 verfügt es über diverse Rhythmuseinstellungen. Beat-Betonungen zwischen 0 und 9 können eingestellt werden und zusätzlich noch 9 verschiedene Rhythmen. Ein weiteres Feature ist der Tap-Modus. Hierbei betätigt man eine Taste im Takt der Musik und kann somit die Geschwindigkeit eines Musikstücks ermitteln. Weiterhin können Referenztöne von C4 bis H4 ausgegeben werden, wobei der Kammerton A von 410 bis 480 Hz einstellbar ist. Ein schönes Feature, sollte man gerade sein Stimmgerät nicht dabei haben. Das Display ist nicht hintergrundbeleuchtet, lässt sich jedoch aufgrund seiner Größe sehr gut ablesen. Der obligatorische Lautstärkeregler ist ebenso vorhanden wie ein Mono-Kopfhörerausgang. Ein externes Netzteil lässt sich nicht anschließen. Die zur Speisung benötigten vier AAA-Batterien halten jedoch sehr lange durch.

Das KDM-2 ist preislich über dem Seiko und Aroma angesiedelt. Aufgrund der zusätzlichen Funktionen und Lautheit ist dieser Preis jedoch gerechtfertigt. Wer ein lautes Metronom mit vielen Einstellmöglichkeiten sucht, ist mit dem KDM-2 von Korg sehr gut bedient.

Tama RW105

Das RW105 von Tama ist ursprünglich für Schlagzeuger konzipiert worden. Es ist in diesem Test vertreten, da die Instrumentalisten der Rhythmusgruppe, ebenso wie Blechbläser, nicht gerade leise sind. Erwartungsgemäß ist dieses Metronom auch insgesamt das lauteste hier im Test. Einstellbar sind zwei verschiedene Metronom-Klänge. Die Lautstärke liegt bei 78 db(A), die Beat-Betonungen sogar bei 82 db(A). Es ist somit doppelt so laut wie unsere Referenz. Subjektiv ist dieses Metronom von allen hier getesteten am lautesten. Der Bereich von 35 – 250 BPM lässt sich über das Drehrad schnell in Einer-Schritten einstellen. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr vielfältig. So lassen sich die Viertel-, Achtel-, Sechzehntel-Noten und Triolen jeweils über separate Drehregler in der Lautstärke einstellen. Auch die Beat-Betonung kann in der Lautstärke stufenlos eingestellt werden. Die Beat-Einstellung reicht leider nur von 0 bis 6. Vorprogrammierte Rhythmen gibt es nicht. Eine Funktion, die die anderen Metronome nicht besitzen ist, dass 30 verschiedene Tempoeinstellungen gespeichert werden können. Wenn man möchte kann man diese sogar über einen optionalen Fußschalter anwählen. Wichtig zu erwähnen ist hierbei allerdings, dass die Drehregler-Einstellungen nicht mit gespeichert werden. Schade, wäre das doch ebenfalls eine sinnvolle Funktion. Das Metronom verfügt zusätzlich, wie das KDM-2 von Korg, über eine Tap-Funktion zur Ermittlung eines Tempos. Die Batterielebensdauer über die 9V-Batterie ist recht hoch, zusätzlich lässt sich ein Netzteil anschließen. Ein Kopfhörer Ausgang ist wie bei allen anderen ebenfalls vorhanden. Dieser ist sogar in Stereo ausgelegt.

Für Musiker, die ein extrem lautes Metronom benötigen, ist das RW105 vom Tama eine gute Wahl.

Fazit

Alle hier getesteten Metronome haben jeweils ihre Vorzüge. Das Seiko SQ-50V besticht durch seine Einfachheit und das kompakte Äußere. Ganz ähnliche Modelle gibt es von der Firma Wittner. Diese Metronome waren die ersten elektronischen ihrer Art und sind in Sachen Ausstattung nicht mehr ganz zeitgemäß. Da hat das Aroma AM-703 für nahezu den gleichen Preis erheblich mehr zu bieten. Lassen sich doch hier Betonungen und diverse Rhythmen einstellen. Das Korg KDM-2 ist das flexibelste und eins der lautesten hier im Test. Betonungen und Rythmen lassen sich in vielfältiger Art einstellen. Zusätzlich verfügt es noch über mehrere Stimmtöne. Das Tama RW105 ist das lauteste aller vier getesteten Metronome. Bei diesem Modell kann die Lautstärke der einzelnen Noten im Takt durch Drehregler eingestellt werden. Es verfügt über 30 Speicherplätze für Rhythmuseinstellungen.

Insgesamt gesehen ist das Aroma AM-703 der Preis-Leistungssieger. Das Korg KMD-2 hat als Testsieger von allen Modellen hier im Test am meisten zu bieten.

Hier nochmal alle Testkandidaten im Überblick:

Seiko SQ-50V
Plus Schnelle Bedienbarkeit
Plus kompakt
Minus keine Zusatzfunktionen
Lautstärke: 68 dB(A)
Straßenpreis: ca. 25,- €

 

Aroma AM-703
Plus zahlreiche Rhythmuseinstellungen
Plus kompakt
Plus gutes Preis-Leistungsverhältnis
Minus Batterielebensdauer gering
Lautstärke: 70 dB(A)
Straßenpreis: ca. 25,- €

 

Korg KDM-2
Plus hohe Lautstärke
Plus zahlreiche Rhythmuseinstellungen
Plus sehr variable Stimmtonausgabe
Plus Batterielebensdauer
Lautstärke: 80 dB(A)
Straßenpreis: ca. 38,- €

 

Tama RW105
Plus sehr hohe Lautstärke
Plus Lautstärke einzelner Noten stufenlos einstellbar
Plus Programmspeicherplätze
Minus keine vorprogrammierten Rhythmen
Minus hoher Preis
Lautstärke: 82 dB(A)
Straßenpreis: ca. 89,- €

 

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